…die Zunge ist ein Feuer…

Heute habe ich einen Beitrag für euch, den ich schon sehr lange plane und der mir sehr am Herzen liegt. Es geht darum, mein offensichtliches Lieblingshobby Nailart mit dem wichtigsten „Thema“ überhaupt – wenn man es denn so nennen kann – meinem Glauben, der Nachfolge Jesus‘, zu verbinden.

DSCI0026Vor einiger Zeit bin ich hauptsächlich durch Judith auf das Thema Bible Art Journaling gestoßen, bei dem es grob gesagt darum geht, sich kreativ mit den Worten der Bibel auseinander zu setzen.

Wie die meisten von euch wissen werden – ich habe es ja doch das ein oder andere Mal erwähnt oder auch dazu geschrieben – bin ich seit mehr als einem Jahr Christin und beschäftige mich sehr regelmäßig, d.h. jeden Tag für mich alleine und mindestens einmal in der Woche gemeinsam mit meinem Bruder, mit Gottes Wort.

Auf einem Nagellack und Nailart Blog geht das verständlicherweise meistens ziemlich unter und wer sich nur ab und zu meine Bilder ansieht, wird wohl kaum den Eindruck bekommen, dass ich viel Zeit mit der Bibel, mit Beten und geistlichen Dingen verbringe, was für mich immer wieder ein Problem darstellt, da ich das Gefühl habe, auf diesem Blog Gott zu sehr auszuklammern, was für einen wirklichen Christen, eine Jüngerin Jesus‘, wie ich mich sehe, in keinem Bereich möglich sein darf.

Deshalb möchte ich euch heute zeigen, dass sich mein Weg mit Gott und Nailart als kreatives Gestalten keineswegs ausschließen müssen. Dass ich vielleicht durch ein Nageldesign sogar meinem Glauben ein wenig Ausdruck verleihen kann.

DSCI0029Da es mir teilweise etwas schwer fällt, mit der Masse an biblischen Texten umzugehen, mir essentielle Dinge und Zusammenhänge zu merken, habe ich in Bible Art Journaling eine Möglichkeit gesehen, mich auf meine eigene Art intensiver mit den Inhalten auseinanderzusetzen, wobei es mir primär nicht um das „Künstlerische“ geht, sondern eher um meine Gedanken zum jeweiligen Thema, in welcher Hinsicht auch immer.

Also hat mein Bruder mir nach einiger Suche eine Journaling Bible in der King James Version bestellt. Die Bibel ist nicht ganz perfekt für meine Zwecke, da die Seiten sehr dünn sind und manche Farben durchscheinen, aber ich denke, ich werde mit ihr zurecht kommen und gut damit arbeiten können. Optisch finde ich sie sehr ansprechend und auch von der Größe her für Notizen und kleinere Zeichnungen ideal. Dass der Text auf englisch ist, ist auch kein Problem, da ich bei Fragen immer in meiner Luther oder Elberfelder Version oder ansonsten natürlich auch im Internet nachschlagen kann.

DSCI0031Den ersten Text, den ich zum „Bearbeiten“ ausgesucht habe, ist das 3. Kapitel vom Jakobusbrief, und insbesondere Vers 6.

„Auch die Zunge ist ein Feuer, eine Welt voll Ungerechtigkeit. So ist die Zunge unter unsern Gliedern: sie befleckt den ganzen Leib und zündet die ganze Welt an und ist selbst von der Hölle entzündet.“

Ausgesucht habe ich diese Textstelle, dieses Kapitel, da ich hier eine persönliche Schwierigkeit von mir sehe, mit der ich jeden Tag zu kämpfen habe.

Wie schnell ist mir ein böses Wort rausgerutscht, eine bissige Bemerkung, eine Spitzfindigkeit, die schlicht meine Überlegenheit demonstrieren soll. Wie schnell gerät man ins Lästern, wenn man über Bekannte redet. Wie oft verplapper ich mich in Gesprächen und sage Dinge, die lieber ungesagt geblieben wären.DSCI0034

Ich war immer ziemlich stolz darauf, gut diskutieren zu können. Mir wurde einmal gesagt, ich könnte auch den größten Schwachsinn logisch argumentieren und in Auseinandersetzungen hatte ich in rhetorischer Hinsicht häufig die Oberhand. Natürlich nicht immer und bei jedem, aber Reden war doch immer eine meiner Stärken.

Auch wenn ich eher schüchtern war, wenn mir etwas gegen den Strich ging, ich eine Ungerechtigkeit bemerkt hatte, dann habe ich auch eigentlich nie ein Blatt vor den Mund genommen. – Was ja auch nicht immer schlecht ist. Bei mir führte das aber dazu, fast immer und überall, zu moralischen, politischen, persönlichen Themen, Stellung zu beziehen und, da ich natürlich der Meinung war, Recht zu haben, mich überlegen zu fühlen.

Heute fällt es mir umso schwerer, schlicht und ergreifend den Mund zu halten, wenn beispielsweise über politische Dinge diskutiert wird, wenn Fragen besprochen werden, bei denen ich genau weiß, es führt nur zu hitzigen und trotzdem ergebnislosen Diskussionen, die ohnehin nichts bewirken. Aber auch nicht immer eigene Erfahrungen einzubringen und einfach mal einzusehen, dass das, was ich zu sagen habe, nicht so wichtig ist, wie ich vielleicht meine.

Andere nicht auf ihre Fehler hinzuweisen, nicht über andere herzuziehen, Sticheleien besonders meinem Mann gegenüber einfach zu lassen, meinen Unmut über „unfaire Behandlung“ einfach mal runterzuschlucken – kurz: mein Mundwerk unter Kontrolle zu halten – das ist eine weitaus schwierigere Aufgabe als ich jemals gedacht hätte und wie Jakobus in Vers 8 schreibt

„… die Zunge kann kein Mensch zähmen … „

weswegen ich jeden Tag erneut darum bitten muss, dass mir Gott bei dieser Herausforderung beisteht und mir hilft, – auf gut Deutsch – die Klappe zu halten.

DSCI0040Und das tut Er. Auch wenn ich es noch viel zu oft ignoriere und Seine Hilfe nicht annehme, sondern drauf los plapper und mich später darüber ärgere. Während die Situationen sehr langsam, aber nach und nach immer seltener werden, in denen ich mir wünschen würde, Dinge nicht gesagt zu haben, kommt es inzwischen häufiger vor, dass ich dankbar bin, wenn Worte ungesprochen blieben. Aber es ist und bleibt eine tägliche Herausforderung für mich, an der ich hoffentlich noch weiter wachsen werde!

Falls ihr euch nun fragt, wo das Nailart bleibt und wie ich beides verbunden habe – ich denke die Umsetzung lag relativ nahe und ihr habt sie bereits im Text gesehen: Die Zunge als Feuer, eine Zunge die brennt, die zerstört und verletzt. Das Design soll nicht hübsch sein, sondern mich daran erinnern, was für ein gefährliches Organ ich da mit mir rumtrage und wer eigentlich wen kontrollieren sollte – ich meine Zunge oder meine Zunge mich.

Zwischen den Bildern habe ich noch ein paar Bibelzitate für euch (oder vielleicht auch mehr für mich) eingefügt, die ich in diesem Kontext sehr passend fand.

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„Ich sage euch aber, daß die Menschen Rechenschaft geben müssen am Tage des Gerichts von jedem nichtsnutzigen Wort, das sie geredet haben.“ [Mt. 12:36]

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„Laßt kein faules Geschwätz aus eurem Mund gehen, sondern redet, was gut ist, was erbaut und was notwendig ist, damit es Segen bringe denen, die es hören.“ [Eph. 4:29]

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       „Siehst du einen, der schnell ist zu reden, da ist für einen Toren mehr Hoffnung als für ihn.“           [Spr. 29:20]

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„Nun aber legt alles ab von euch: Zorn, Grimm, Bosheit, Lästerung; schandbare Worte aus eurem Munde;“ [Kol. 3:8]

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„Eure Rede sei allzeit freundlich und mit Salz gewürzt, daß ihr wißt, wie ihr einem jeden antworten sollt.“  [Kol. 4:6]

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„Halte dich fern von ungeistlichem losen Geschwätz; denn es führt mehr und mehr zu ungöttlichem Wesen;“ [2.Tim. 2:16]

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V.l.n.r.: essence mountain calling – 04 snow alert!; essence nauti girl – 04 crew first!; essence the gel – 24 indian summer; essence show your feet – flamingo rose; p2 just Dream like – 040 lilac joy; Orly – 20410 Powder Puff; p2 Red I love u! – simply matte top coat

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V.l.n.r.: p2 Color Victim – 500 eternal; essie – 282 shearling darling; essence colour & go – 114 fame fatal; uma get freaky! – freaky orange; essence colour & go – 137 wanna be your sunshine; essence nail art special effect topper – 16 cool breeze

Ich weiß nicht, ob ihr viel mit dem Design und vor allem mit den Gedanken dahinter anfangen konntet, aber ich habe vor – mal mit, mal ohne Nageldesign – Gottes Worte und meine persönliche Auseinandersetzung mit ihnen mehr hier einfließen zu lassen und so auch ein hoffentlich authentischeres Bild zeigen zu können, nicht nur den oberflächlichen, bunt lackierten Aspekt meines Lebens.

Und tatsächlich konnte ich Jakobus‘ Worte in der Woche, in der ich das Design getragen habe, viel mehr beherzigen, was mich noch mehr ermutigt, biblische Weisungen auf meine Nägel zu bringen!

Eure Irma

 

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10 Gedanken zu “…die Zunge ist ein Feuer…

  1. missoswin schreibt:

    Ich hab mit Religion nichts am Hut, finde es aber schön, wenn es dir was gibt. Bei dem Problem, das du beschrieben hast, kann ich mich wieder finden und ich hab auch oft meine Mühe, einfach mal die klappe zu halten xD und wenn nailart dir dabei hilft, dich daran zu erinnern, dann herzlichen Glückwunsch 🙂

    • irismaya2 schreibt:

      Es geht eigentlich weniger darum, dass mir meine „Religion“ etwas gibt, zumal ich das Wort auch nicht wirklich mag, wird oft falsch verstanden oder zumindest anders als ich es verstehe.
      Ja, das ist einfach schwierig. Mir helfen wohl mehr die Verse, als das Design, das Design ist eher die Gedankenstütze für die Verse. 😉

  2. Chillkröte schreibt:

    Liebe Irma, ich zolle dir meinen höchsten Respekt für diesen Beitrag. Eine Überzeugung so zu leben und sichtbar zu machen, erfordert eine ganze Menge Mut. Und auch wenn nicht jedermann aus dem Glauben die selbe Kraft schöpfen mag, als du es kannst, so ist es dennoch wunderbar zu lesen, wie du diese Worte für dich umsetzt. Dennoch hoffe ich, dass du deiner Zunge trotzdem ab und an freien Lauf lässt, denn in Diskussionen jeglicher Art braucht es Menschen mit Herz und Verstand, und die sind rar…

    • irismaya2 schreibt:

      Ach du, vielen lieben Dank! Viel zu oft gelingt es mir nicht, meiner Überzeugung nach zu handeln und auf dem richtigen Weg zu gehen, aber ich erhalte jeden Tag Hilfe dabei!
      Ja, das stimmt natürlich, aber viele Diskussionen sind an sich vollkommen unnötig und eigentlich nur nervenaufreibend. Ich versuche da einfach inzwischen mehr abzuwägen, ob ich diskutiere um des Diskutierens willen oder ob wirklich etwas erreicht werden kann.
      Ganz liebe Grüße!

  3. happyface313 schreibt:

    🙂 Wow! Das ist ja mal ungewöhnlich und sehr lesenswert!
    Ich finde es toll, dass Du so zu Deinem Glauben stehst, dass Du auch auf Deinem Blog darüber berichtest. Dazu Deine Bibel, die Du selber kommentieren kannst (das müsste in jeder Bibel möglich sein, denn so merkt man sich viele Dinge besser, wenn sie einmal durch die Hand gehen). Und als krönender Abschluss ein passendes Nailart. Super!
    Herzliche Grüße 🙂

    • irismaya2 schreibt:

      Vielen Dank!
      Das mit dem Kommentieren in der Bibel ist super, aber eine Taschenbibel hat natürlich auch ihre Vorteile. 🙂
      Freut mich sehr, dass dir der Beitrag gefallen hat!
      Liebe Grüße zurück. 🙂

  4. Kathi schreibt:

    Ich finde das Design bzw. die Idee dahinter fantastisch. Du weißt ja, dass ih Agnostikerin bin, aber dennoch ist die Stelle, die du gewählt hast, wohl für jeden irgendwie relevant. Böse Worte, gemeine Geschichten etc. auszusprechen… Ist auch wieder mal eine Erinnerung das nicht zu tun. Und wie schon mal gesagt, ich bewundere das so, dass du mit Gott so etwas wichtiges für dich gefunden hast und es (jetzt) auch in deine Nailarts einbindest!
    Liebe Grüße

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