Tierversuche, Veganismus & der ganze Ökokram

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Hallo ihr Lieben! Heute habe ich einen Beitrag für euch, der in Entwürfen schon sehr lange auf meiner Festplatte schlummert, denn das Thema beschäftigt mich immer wieder und schon ziemlich lange. Da wir bei Gedankensplitter gerade das Thema „tierisch“ haben, möchte ich die Gelegenheit nutzen, und den Beitrag endlich fertig stellen. Grob gesagt geht es um persönliche Grenzen im Umgang mit der Natur, mit Tieren und auch Mitmenschen. Außerdem habe ich für Interessierte mal eine ganz einfache Übersicht über tierversuchsfreie Marken zusammengestellt.

Der Titel ist wie so oft möglicherweise etwas unglücklich gewählt, aber als ich ihn einmal gefunden hatte, ging er mir nicht mehr aus dem Kopf.

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Veganismus & Vegetarismus

Wir kennen sie alle. Die nervigen Veganer und Vegetarier, die mit angewiderten Blick auf deinen Teller schauen und Sprüche wie „weißt du das Schweine in Masthaltung sich gegenseitig anfangen aufzufressen?“ oder „würdest du auch deinen Hund essen?“ loslassen. Ob sie mit ihren Einwänden Recht haben, sei mal dahingestellt, aber es geht einem echt auf den Keks. Mein Mann hatte vor einiger Zeit die Begriffe Veganisten und Vegetaristen im Gegensatz zu „normalen“ Veganern und Vegetariern gefunden und ich finde sie recht passend. Leute, die nicht nur ihre eigene Einstellung anderen aufdrängen wollen, sondern sich dabei wie die besten Menschen überhaupt fühlen, weil sie ja als einzige ein moralisches Gewissen haben und richtig handeln. Leute, deren einziges Ziel zu sein scheint, andere zu belehren und ihnen ein schlechtes Geühl zu geben, bzw. sich selbst besser zu fühlen.

Im Übrigen gehörte ich so mit 17, 18 wohl auch zu den Vegetaristen, finde das heute aber einfach nicht mehr in Ordnung. Die Frage, die sich solche Leute stellen sollten ist, was sie damit bezwecken. Wirklich „leidenschaftliche“ Fleischesser erreicht man mit solchen „schäm dich“ Vorträgen wohl kaum.

Und natürlich gibt es auch viele Veganer und Vegetarier, die diese Entscheidung für sich getroffen haben und andere damit in Ruhe lassen genau wie es etliche Fleischesser gibt, die keinen Abend ohne dummen Spruch darüber, wie lecker doch Hamster, Meerschwein, Kaninchen, Katze, Hund (setze beliebiges Haustier ein) mariniert und gebraten schmecken würde, aber hier habe ich häufig das Gefühl, dass mehr eine Art Rechtfertigung hinter den dämlichen Witzen steckt. Wer weiß. In beiden Fällen ist die Frage, ob das Verhalten in Ordnung ist und welche Motivation dahinter steckt. Meine Einschätzung ist, dass beides nur zu Ärger, fast nie zu echtem Umdenken führt. Da muss man ganz andere Wege gehen, wenn man das erreichen möchte.

Tierversuche

Viele Leute, die vegan leben, lehnen Tierversuche in jeglicher Art, bzw. für jeglichen Zweck ab. Anderen tun die Tiere vielleicht Leid, aber auf gewisse Medikamente und Kosmetika will man dann doch nicht verzichten.

Meiner Meinung nach sollte man ein wenig unterscheiden zwischen Tierversuchen (normalerweise kürze ich meistens mit TV/tv frei ab) für den medizinischen und den kosmetischen Bereich. Auch hier kann jeder selbst entscheiden, inwieweit er TV in Ordnung findet, den Unterschied erkennt aber hoffentlich jeder.

Ich selbst bin oft überfordert mit der Aufgabe, herauszufinden, ob Firma XY nun TV macht oder nicht. Viel geholfen hat mir die Liste von Erbse, wobei ich sie nicht mehr so gut finde, seit sie überarbeitet wurde, irgendwie ist sie nicht mehr so übersichtlich.

Grade für uns Nagellackjunkies gibt es eine gute Nachricht – fast alle Indielacke sind tv frei, da braucht man sich meistens nicht mehr tief einzuarbeiten.

Viele Firmen werben damit, keine TV zu machen. Häufig stimmt diese Aussage nur bedingt. Ich versuche bei neuen Marken immer herauszufinden, ob sie zu einem größeren Mutterkonzern gehört und dann schaue ich mir deren Statement zu TV an. Wenn es schwammig ausgedrückt ist oder ganz fehlt, bin ich erstmal misstrauisch. Oft findet man auch leider gar nichts. Weiterer Suchvorgang ist immer – verkauft Firma XY in China? Wenn ja heißt es für mich Finger weg, denn in China sind TV für Kosmetika leider noch Vorschrift. Nett getarnt übrigens häufig als PRC anstatt made in China, wie ich letztens bei Makeup Revolution feststellen musste…

Da ich selbst lange Zeit gebraucht habe, mir einige Marken zusammen zu suchen und mich auch Freundinnen, die nicht in der Bloggerwelt unterwegs sind, aber auch auf TV achten möchten, schon mehrfach danach gefragt haben, habe ich mal eine Liste zusammengestellt. Hier könnt ihr meine Tierversuchsliste für Drogeriemarken öffnen und anschauen. Sie ist absichtlich kurz gehalten und ich übernehme keine Gewähr, ob die Marken auch wirklich keine TV machen, aber das sind die für mich häufigsten Marken, die mir in dm, Rossmann und Müller begegnen und die ich früher alle gerne gekauft habe. Was Lackmarken angeht, könnt ihr euch hier gerne meine Lackliste angucken, dort sind die einzelnen Marken farblich gekennzeichnet.

Tier- und Umweltschutz

Hach, noch so schöne Themen. Schon in der Grundschule werden unsere Kinder heute mit Umweltschutz und Nachhaltigkeit konfrontiert. Wichtige Themen, häufig aber völlig fehl geleitet oder grade in der Schule oft verwechselt mit tollen Projekten, die im Alltag aber null Konsequenzen haben. Allein die strikte Mülltrennung, nur damit in vielen Schulen die Putzfrau (oder wie heißt das heute?) alle Mülleimer in einen großen Sack leert.

Vielmehr sollte man hier vielleicht mal anfangen und mit Kindern gucken, wie denn Wurst & Co. hergestellt wird. Ein Schüler der vierten Klasse war völlig entsetzt, dass die bösen Indianer (auf korrekt indigene Völker, aber ich bin kein Fan von dieser Begriffschieberei) die armen Büffel töten und sie dann essen und verarbeiten – und das auch noch komplett! Dass er selbst täglich totes Tier verspeist, war dem Jungen auch mit 10 Jahren überhaupt nicht bewusst. Hier frage ich mich oft, ob der Ansatz nicht völlig falsch ist. Mit Kindern über Klimawandel sprechen, aber sie über alltägliche Dinge nicht aufklären.

Das begegnet einem aber auch bei Erwachsenen. Oh böses Palmöl! Wie viele Leute kennen wir inzwischen, die da ganz großen Wert drauf legen und das auch immer wieder betonen, aber jeden Weg mit dem Auto machen. Das Bewusstsein wird phasenweise nur auf einen Aspekt gelenkt, alles andere gerät aus dem Blickfeld.

Von wirklichen Tierschutzaktivisten will ich gar nicht groß anfangen, da ist die Grenze zu Kriminalität schnell überschritten und wie sinnvoll es für die Tiere selbst oder auch das Ökosystem ist, eine ganze Farm von Nerzen freizulassen, ist wirklich fraglich. Auch hier denke ich, dass viele Leute nicht zuende denken und häufig mehr im Vordergrund steht, sich selbst wichtig zu machen und toll zu fühlen. Und ja, auch hier gibt es genug, die mit Verstand an die Sache gehen. Ich verallgemeinere.

Vollkommen verdrehte und missverstandene Tierlebe und die Doppelmoral unserer Gesellschaft

Kommen wir zum eigentlichen Kern meiner Aussage, dem Grund, warum ich das alles schreibe.

Erinnert ihr euch an die Giraffe, die als Zoofutter geendet ist? Den Elefanten, der erschossen wurde? Den Bären, der bitte nicht gejagt werden sollte?  – Habt ihr euch aufgeregt?

Ich kann da ehrlich gesagt nur den Kopf schütteln, denn die meisten, die sich wochenlang (!) darüber echauffiert haben, wie man denn so ein wundervolles Geschöpf wie eine Giraffe töten kann, hatten vermutlich mitten im Satz nochmal innegehalten, um von ihrer Salamipizza abzubeißen.

Natürlich kann ich verstehen, dass einem das Tier leid tut. Aber es ist einfach nur geheuchelt und irgendwie auch grotesk, wenn man bei einer einzelnen Giraffe total ausrastet und große Tierliebe schwört, beim eigenen Essen, bei der eigenen Kosmetik, aber überhaupt nicht danach lebt. Ist ja kein Tier, sondern nur ein Stück Fleisch.

Buh! Böse Pelzmantelträger! Aber meinem Hund serviere ich täglich Dosenfutter – natürlich nur von Weidekühen, beste Pflege, die waren echt glücklich und so. Anschließend lasse ich ihm die Nägel, äh Krallen lackieren.

Versteht ihr, worauf ich hinaus will? Zum einen werden Tiere in unserer Gesellschaft absolut vergöttert, über Menschen gestellt. Andererseits wie Dreck behandelt. Und das häufig von ein und denselben Personen. Mit ihrem Gewissen können sie das nur verantworten, weil die Tierquälerei – sei es Masthaltung, schreddern von männlichen Küken oder eben Tierversuche – nur indirekt und damit außerhalb vom eigenen Bewusstsein stattfindet.

Wie eine Freundin mal zu mir sagte: „Ich hab so eine Doku über Masthaltung geguckt. Da hab ich mich echt gefragt, ob ich noch weiter Fleisch essen kann. Aber dann hab ich den Fernseher ausgemacht!“

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Und ich? – meine eigene Einstellung und persönliche Grenzen

Ich denke zum Großteil wird meine Meinung wohl schon mitgeschwungen sein.

Wie die meisten von euch wissen, bin ich seit fast 12 Jahren Vegetarierin, seit etwa 2 Jahren versuche ich nur tv freie Kosmetik zu kaufen. Ich esse Eier, trinke Milch im Kaffee und beute auch Bienen aus. Seit 3 Jahren töte ich Fliegen und Mücken, wenn sie mir arg auf den Keks gehen. Wir kaufen vieles in Bioqualität, aber vieles auch eben nicht. Wir benutzen Stoffwindeln, aber nicht immer. Ich kaufe nicht bei kik und Primark, aber bei C&A und H&M. Ich habe eine Kaffeekapselmaschine. Ich spende regelmäßig ans Tierheim und ab und zu bei anderen Organisationen. Ich gebe Pennern kein Geld, manchmal aber ein Brötchen. Geld gibt’s nur für Künstler. Ich benutze Einmal-Masken, die super viel Müll produzieren. Wenn meine Freunde Hilfe brauchen, versuche ich immer da zu sein. Geld kann man bei mir immer leihen, auch wenn wir selbst nicht viel haben. Ich koche und backe gern für andere. Ich esse auch nicht fair trade Schokolade. Wir haben keinen Biomüll. Ich habe keine Katze, weil ich ihr kein Biokatzenfutter geben will, in dem Kaninchen verarbeitet wurden. Ich bin seit 17 Jahren Hasenmama.

Ich bin auch nur ein Mensch. Meine Grenzen liegen vielleicht anders als eure, aber wichtig ist meiner Meinung nach, sich Gedanken zu machen, sich über seine Einstellung bewusst zu werden, überhaupt eine Einstellung zu haben. Dazu ein „guter“, ein moralisch handelnder Mensch zu sein, gehört mehr, als Fleisch von seinem Speiseplan zu streichen. Um genau zu sein, ist es meiner Meinung nach nicht mal Teil davon.

Ich kann mir nicht vorstellen, jemals wieder Fleisch zu essen. Ich könnte nie ein Tier schlachten und werde beim Gedanken daran wirklich traurig, habe aber vollstes Verständnis und auch Respekt für Leute wie meinen Mann (offiziell wohl ein Flexitarier), der zuhause vegetarisch isst (ich koche halt), aber bei z.B. seinen Eltern auch mal Wild isst, bzw. kein Problem damit hat, Tiere aus artgerechter Weidehaltung zu essen.

Aber was ich persönlich legitim, okay, akzeptabel, bemerkenswert, … finde ist letztlich nicht die Frage. Sondern eher ob man selbst mit seiner Entscheidung konsequenterweise zufrieden ist. Und damit meine ich nicht so einen Schwachsinn wirklich absolut fehlgeleiteter Tierliebe wie seine Katze vegan zu ernähren, sondern eine Grundhaltung gegenüber Tieren, Menschen, Umwelt und Arbeitsbedingungen (und und und) zu haben oder zu entwickeln. Jeder hat irgendwo Grenzen. Wir können nicht nur bio, nur vegan, nur regional, nur fair trade, nur handmade, nur … kaufen, immer und überall hilfsbereit und zur Stelle sein. Es ist okay, Grenzen zu haben, aber der Punkt, warum ich diesen Roman hier geschrieben habe, ist, dass vielen Menschen ihre eigenen Grenzen nicht bewusst sind und sie trotzdem mit erhobenen Zeigefinger durch die Gegend laufen.

Ich hoffe, ich habe nicht vollkommen an eurer Erfahrung und Vorstellungswelt vorbei geschrieben. Könnt ihr nachvollziehen, wieso mich dieses Thema/diese Themen teilweise so beschäftigen und mir auf die Nerven gehen?

Ich würde mich freuen, wenn ihr mir einen Kommentar da lasst, ich bin wirklich gespannt auf eure Meinungen. 🙂

Bis übermorgen ist die Galerie „tierisch“ noch offen, ab Dezember heißt es dann „Winterzauber“.

Eure Irma

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9 Gedanken zu “Tierversuche, Veganismus & der ganze Ökokram

  1. Laura schreibt:

    Interessanter Beitrag! Du kennst ja meine Gedanken ganz gut zu dem Thema, denke ich 🙂 alleine schon, weil wir beide da ja auch recht nah aneinander sind.
    Auf jeden Fall schön differenziert und objektiv zusammengefasst wir ich finde!

  2. Chillkröte schreibt:

    Wow, Irma. Dieser Beitrag sollte eigentlich in einem noch viel größeren Medium erscheinen, vielleicht fällt mir da noch was ein… Deine Worte sind so www, warmherzig, wahr und weise. Es sind so viele interessante Aspekte darin, eben angefangen von Schulkindern, die alles über das Ozonloch und die Erderwärmung wissen, aber nicht, was sich in ihrem Mikrowellenfertigfrass befindet. Und dass der MC Donalds-Burger mal gelebt hat. Und die Putzfrau aka Reinigungsfachkraft (;-)), die liebevoll Getrenntes in ihren grossen Sack zusammenkippt, yeah, die kenne ich auch (und ich glaube kaum, dass wir die selbe meinen)… Viele Menschen haben keinen Bock zum genaueren Nachdenken, bzw. die eigene Einstellung muss schließlich auch noch trendy sein und sich gut auf Insta-Fotos verkaufen lassen. Tut sie das nicht, muss eine andere Einstellung her… Ich habe es schon mal anderer Stelle gesagt, unterstreiche es aber noch einmal, die Welt wäre an vielen Stellen um einiges besser, wenn es mehr Irmas gäbe. Und ich weiss, dass wir trotzdem befreunde bleiben, auch wenn ich passionierter Fleischfresser bin. (Ich kaufe mein Fleisch aber direkt beim Bauernhof, nie im Supermarkt). Ich werfe auch kein Fleisch achtlos weg, weil ich weiss, dass ein Tier dafür gestorben ist. Und ich würde nie Vegetarier für ihren Ernährungs- und Lebensstil schief angucken… Mit Veganern ist das so eine Sache, da kenn ich fast nur Veganisten, und da gibt es immer Diskussionen…
    Also, ich hätte gerne mehr Daumen zum Hochhalten für diesen Artikel, in dem so viel Herzblut steckt, und der es wert ist, in einem Ethiklehrbuch ganz, ganz vorne zu stehen….

  3. Hana Mond schreibt:

    Ich finde auch, es ist wichtig, das Gesamte im Blick zu haben.
    Ich kaufe nur Lederschuhe. Die halten bei mir 10 Jahre und länger (meine Konfirmationsschuhe werden bald 20) – bei Kunstleder bricht oft schon nach einem Jahr die Oberfläche. Lieber trage ich die Haut eines toten Tiers über Jahrzehnte (die anschließend verrotten kann, im Gegensatz zu Plastik), als jedes Jahr Umwelt und damit auch Tiere mit der Produktion und Entsorgung von Kunstlederprodukten zu belasten. Ebenso ist es bei Handtaschen – ich hatte einige Jahre welche aus Kunstleder (oft versehentlich, da neues Kunstleder heute ja oft sehr echt aussieht), die jeweils nur 1 Jahr gehalten haben.
    Sicher muss das jeder mit sich selbst ausmachen, ob er totes Tier tragen möchte – ich halte das aber für nachhaltiger und sinnvoller als Kunststoff-Alternativen.

    Ebenso kenne ich auch großspurige Marken-Fans, die auf Kik-Käufer herabsehen – und ihre schicke Markenkleidung kaufen, die in der gleichen Fabrik gefertigt wird.

    In unserem Haushalt kocht mein Freund, deshalb esse ich mehr Fleisch, als ich eigentlich möchte – ganz verzichten möchte ich nicht, für meine persönliche Moral ist es auch nichts Falsche, Tiere zu essen, aber ich würde gern mehr drauf achten, dass das Tier vor der Schlachtung artgerecht gehalten wurde. Im Moment habe ich leider andere Baustellen, die mir wenig Energie für das Thema Einkauf lassen, ich hoffe, dass sich das in den nächsten Jahren ändert.

    Tierversuche sind ein schwieriges Thema. Es ist ein Irrglaube vieler Gegner, dass man genauso sichere Produkte ohne herstellen könnte – gerade bei Medikamenten möchte ich keins nehmen, dass nicht an Tieren getestet wurde. Für viele Vegetarier oder Veganer ist es wohl unverständlich, dass man ein Menschenleben für wertvoller hält als ein Tierleben … meine Mutter hatte einen Luftröhrenschnitt, weil sie ein Medikament nicht vertragen hat und sonst erstickt wäre. Solche Dinge kämen häufiger vor ohne Tierversuche – und eben auch tote Mütter, Kinder, Schwestern, Onkel.
    Die Wissenschaft ist noch nicht so weit, dass man alles im Reagenzglas testen könnte – „keine Tierversuche“ hat daher als Alternative nur „Tests an Menschen“. Immerhin arbeitet da die Zeit für uns, es wird ja an Alternativen gearbeitet. Tierversuche sind übrigens hierzulande auch teuer (ein Bekannter arbeitet in der Branche) und den Firmen wäre es da durchaus Recht, das durch Reagenzglasmethoden ersetzen zu können.

    Wichtig ist, sich Gedanken zu machen, wo man selbst ansetzen kann – Shitstorms im Internet machen die Welt nicht besser. Selbst Stoffbeutel mit zum Einkaufen zu nehmen, Eier von möglichst gut gehaltenen Hühnern zu kaufen, auch wenn die etwas teurer sind, leckere vegetarische Rezepte mit verlockenden Fotos ins Internet stellen, auf Nachhaltigkeit statt auf Konsum setzen … es gibt viele Dinge, mit denen man der Welt Gutes tun kann. Nur andere anzumeckern oder Hassbotschaften ins Internet zu krakeelen gehört nicht dazu …

    • irismaya2 schreibt:

      Also erstmal lieben Dank für deinen langen Kommentar! Ich hoffe sehr, dass du nicht mich mit Shitstorm und Hassbotschaften meintest, denn genau das habe ich versucht zu vermeiden… :/
      Mit den Lederschuhen finde ich interessant, da habe ich noch nie so richtig drüber nachgedacht. Mit Schuhgröße 43 ist es so schwierig was passendes zu finden, dass ich selten aufs Material achte.
      Für mich ist es auch nicht moralisch falsch, Tiere zu essen, emotional habe ich da aber schon ein Problem und da ich selbst nie ein Tier schlachten könnte und sehr an meinen Haustieren hänge, würde ich mir heuchlerisch vorkommen, wenn ich Fleisch essen würde.
      Vielen Leuten schmecken übrigens vegetarische Alternativen echt gut, wenn sie sich einmal drauf einlassen. Gibt da inzwischen eine riesige Vielfalt an Produkten.
      Bei den Tierversuchen habe ich mich vor allem auf die im kosmetischen Bereich bezogen. In der Medizin sehe ich das auch anders, aber dass ein Tier leiden muss, nur damit mein Lippenstift noch zwei Stunden länger hält, sehe ich absolut nicht ein.
      Insgesamt sehen wir die Dinge glaube ich relativ ähnlich, bzw. die Grundeinstellung, dass man bewusst mit diesen Themen umgehen und nicht direkt mit dem Finger auf Leute zeigen sollte. Für mich ist es die Doppelmoral unserer Gesellschaft, die mich immer wieder immens stört…
      Liebe Grüße 🙂

  4. Ida Heartshaped Dream schreibt:

    Ich finde, du hast da viele wichtige Punkte und Aspekte angesprochen. Ich selbst befinde mich irgendwie noch in einer Schwebe. Ich habe mir bisher nie sehr intensiv Gedanken gemacht. Sie kommen immer wieder auf, aber so richtig durchgebrochen sind sie bei mir noch nicht. Ich werde wohl noch etwas brauchen, um mir über alles klar zu werden.

    • irismaya2 schreibt:

      Danke Ida! Jeder braucht seine eigene Zeit und man darf Meinungen ja auch wieder überdenken. Ich finde es nur wichtig, sich Gedanken zu machen, bevor man andere verurteilt, das vergessen irgendwie viele.

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